RiceQ Outdoor beanbag
RiceQ Outdoor beanbag
Dienstag, 27. April 2010
Ausgangssituation:
Manchmal hat man einfach keine Möglichkeit ein Stativ aufzubauen oder es muss wirklich mal schnell gehen. Der Platz am Rucksack reicht nicht um ein Stativ zu befestigen oder irgendein anderer Grund verhindert das Aufstellen dieses nützlichen Hilfsmittels.
In diesen Fällen hat man die Möglichkeit, auf das Bild zu verzichten, oder sich Gedanken über Alternativen zum Stativ zu machen. Hier wird es jetzt interessant, denn neben den (mit meist nur recht geringer Tragkraft gesegneten) Klemmstativen ala Gorillapod kommt der gute, alte Bohnensack ins Spiel.
Ich war nie ein Freund von diesen Bohnensäcken. Dies hatte verschiedene Gründe. Zum Einen war ich immer skeptisch, was die Füllung angeht und konnte mir nicht vorstellen, dass die Bohnen nicht irgendwann anfangen sollen zu schimmeln. Zum Anderen war die ganze Verarbeitung der erhältlichen Lösungen sehr mies, sodass ich lange zögerte mir so ein Teil zu kaufen.
Nun bin ich aber durch Zufall auf die Firma RiceQ aufmerksam geworden und dachte mir: „Bestellste mal so ein DIng!“ Dank unseres deutschen Widerrufsrecht ist das ja alles kein Problem mehr und wenn´s wirklich schief geht... who cares?
Erstes Befummeln:
Der Beanbag kam perfekt verpackt im normalen braunen Karton und war auch noch einmal eingeschweißt. Naturschützerische Aspekte der Verpackung möchte ich jetzt nicht weiter diskutieren. Die Folie kann eigentlich getrost weggelassen werden, ab und an sollte man auch an die Umwelt denken.
Der Beanbag macht einen wahnsinnig guten Eindruck. Das Obermaterial ist so robust, dass man ihm auch stärkste Beanspruchung zumuten mag. Auf der Unterseite ist der Beanbeag mit einem sehr strapazierfähigen Kunstleder versehen. Bei Kunstleder kommen mir zwar eigentlich immer billige Deichmann Schuhe in den Sinn, aber offenbar handelt es sich hier um ein Material vollkommen anderer Güte. Das Anfassgefühl ist schon sehr gut.
Verarbeitung:
Die Nähte sind alle sauber genäht und auch die Klettverschlüsse sitzen fest dort, wo sie hingehören. Hier gibt es einfach nicht zu meckern. Good job!
Die Farben:
Als Naturfotograf habe ich mich für das Modell in dem französischen Flecktarnmuster entschieden. Das war die richtige Wahl, denn der Beanbag fügt sich sehr harmonisch in bestehende Landschaftsstrukturen wie Wiesen und Felder ein. Für den urbanen Einsatz eignet sich natürlich auch jede andere angebotene Farbe.
Die Füllung:
Das wohl wichtigste Merkmal moderner Beanbags ist die Füllung. Vorbei ist die Zeit, wo man wirklich noch Bohnen in einen Beanbag füllen musste. Heute übernehmen Kunststoffgranulate diese Aufgabe. In diesem Fall sind es kleine Kunststoffbrocken in schwarz. Was mir schon beim ersten Anfassen auffiel, waren die recht raschelnden Tüten im Inneren, die die Kügelchen zusätzlich zusammenhalten. Da man diese nicht braucht, habe ich diese Tüten einfach entfernt und seitdem ist das „Problem“ gelöst.
Weiteres:
Dem unbedarften Betrachter eines solchen RiceQ Beanbags werden viele pfiffige Details gar nicht auffallen. Wenn man aber schon einmal mit einem Beanbag gearbeitet hat, dann weiß man oft, was man nicht mehr will. Hier wird es interessant, denn eine Angewohnheit vieler Fotografen ist es, den Beanbag auf dem Dach eines Autos abzulegen und dann mit schweren Superteles darauf hin und her zu rutschen. Was das für den Autolack bedeuten kann, sollte klar sein. Nicht so beim RiceQ Bohnensack, denn das gute Kunstleder auf der Unterseite ist so weich, dass man es getrost auf dem Auto ablegen kann ohne etwas kaputt zu machen. Auch bei Druckbelastung von oben passiert nichts. Ein weiterer Fakt, der zu begeistern weiß: Der Hersteller bietet auf seiner Webseite Nachfüllpacks des Kunststoffgranulates an. Sollte man merken, dass die 800 g Füllung zu wenig ist, dann ist es ein Leichtes, das Granulat einfach nachzuordern und den Bag entsprechend zu füllen.
Zu guter letzt muss man auch sagen, dass der Inhalt und auch das Außenmaterial sehr schnell trocknet, wenns doch mal nass wird. Ich habe den Bag in der Badewanne versenkt und eine Stunde später war nichts mehr davon zu spüren. Der Bohnensack ist dermaßen schnell in der Sonne getrocknet... das war beeindruckend!
Fazit:
Was soll man sagen? Ich wüsste nicht, was man noch besser machen könnte. Für um die 30 Euro bekommt man hier die Möglichkeit, schnell und flexibel zu reagieren. Sicher ersetzt ein Beanbag das Stativ nicht vollständig aber für den Fall der Fälle habe ich meinen jetzt immer außen in der Fototasche bzw. im Rucksack.
Hersteller-Homepage:
800 g Eigengewicht und eine sehr gute Verarbeitung zeichnen die RiceQ Produkte aus